April 3, 2010

KFZ-Kennzeichen – ETB 32/2006

Posted in 2006, Industrie & Technik tagged , um 23:15 von bleiglass

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die amtliche Registrierung und Nummerierung der Kraftfahrzeuge in immer weiteren Teilen des Deutschen Reiches obligatorisch. Den Anfang machten Großstädte wie München, Berlin, Hamburg und Köln.

Die Kennzeichnung bestand in der Regel aus einem großen lateinischen Buchstaben für das Land oder die Provinz sowie Nummern in arabischen Zahlen. Die reichseinheitliche Nummerierung wurde mit den „Grundzügen betreffend den Verkehr mit Kraftfahrzeugen“, die am 1. Oktober 1906 in Kraft traten, eingeführt. Das Kennzeichen bestand aus weißer Grundfarbe mit schwarzer Beschriftung und Umrandung sowie einem Trennstrich zwischen Erkennungszeichen und Nummer. Dieses bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland gültige Kraftfahrzeugkennzeichensystem konnte, ebenso wenig wie die Nachkriegssysteme der Besatzungsmächte, mit den wachsenden Fahrzeugzahlen auf Dauer Schritt halten.

Um die Voraussetzungen an ein modernes, zweckmäßiges, einfaches und für lange Zeit brauchbares Kennzeichensystem zu erfüllen, wurde mit der Verordnung zur Änderung von Vorschriften des Straßenverkehrsrechts vom 14. März 1956 das in seinen wesentlichen Grundzügen auch noch heute gültige Kennzeichensystem eingeführt. Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger werden nur noch nach ihrer Zulassungsstelle und einer fortlaufenden Nummer (Buchstaben und Ziffern) gekennzeichnet. Die Zulassungsstelle wird mit einem, zwei oder drei Buchstaben aus ihrem Ortsnamen gekennzeichnet.

Fahrversuche in Nordrhein-Westfalen haben ergeben, dass aus Buchstaben und Zahlen zusammengesetzte (alphanumerische) Fahrzeugnummern besser ablesbar und merkbar sind als Fahrzeugkennzeichen, die nur aus Zahlen bestehen. Eine bedeutende optische Änderung hat das deutsche Kennzeichenwesen durch die Einführung des Euro-Kennzeichens – mit Wirkung vom 15. Januar 1995 zunächst fakultativ und ab 1. November 2000 obligatorisch – erfahren.

Quelle: Deutsche Post

Anlass: 100 Jahre einheitliche deutsche Kfz-Kennzeichen
Ausgabetag: 13. Juli 2006 (ETB 32/2006)
Entwurf des Wertzeichens und des Ersttagsstempels: Kym Erdmann, Kiel
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe des Wertzeichens: 46,00 mm x 27,32 mm

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Neandertaler – ETB 33/2006

Posted in 2006, Biologie, Geschichte um 23:13 von bleiglass

1856 wurden im Neandertal bei Düsseldorf urzeitliche menschliche Skelettreste gefunden, die später einer ganzen Menschenart den Namen geben sollten: Neandertaler. Der weltberühmte Fund trug im 19. Jahrhundert ganz entscheidend zur Anerkennung der Evolutionstheorie bei und erschütterte das abendländische Weltbild zutiefst. Der Neandertaler war der erste Kronzeuge der Evolutionstheorie.

Neandertaler lebten vor 130.000 bis 30.000 Jahren vornehmlich in Europa und waren als Verwandte des Menschen angepasst an die klimatischen Verhältnisse der letzten Eiszeit. Der Namen gebende Fund aus dem Neandertal ist etwa 40.000 Jahre alt. Dieser Neandertaler starb als alter Mann und wurde in der Feldhofer Grotte bestattet.

Entdeckt wurde er zufällig: Zur Vorbereitung von Sprengungen für den Kalkabbau entfernten Steinbrucharbeiter im August 1856 die Lehmfüllung der Feldhofer Grotte und bemerkten dabei einige Knochen. Diese übergaben sie wenig später an Johann Carl Fuhlrott, der als Fossiliensucher bekannt war. Er erfasste sogleich die Bedeutung des Fundes: Die Knochen mussten zu einer ausgestorbenen Menschenform gehören. Diese Erkenntnis setzte sich aber erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts endgültig durch.

Das Neandertal, das noch vor 1850 als wildromantische Schlucht bekannt war, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch den Kalkabbau völlig zerstört, die Fundstelle der berühmten Skelettreste war verschollen. Daher galt es als Sensation, als Archäologen 1997 und 2000 in der planierten Fläche am Fuß des ehemaligen Steinbruchgeländes Schichten jenes Lehms entdeckten, der einst die Höhle gefüllt hatte.

Das Sonderpostwertzeichen trägt dazu bei, das Bewusstsein über die herausragende Bedeutung des Neandertalers als zentraler Bestandteil unseres europäischen Kulturerbes weiter zu stärken.

Quelle: Deutsche Post

Anlass: 150 Jahre Entdeckung des Neandertalers
Ausgabetag: 10. August 2006 (ETB 33/2006)
Entwurf des Wertzeichens und des Ersttagsstempels: Annegret Ehmke, München
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke& Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei, Leipzig
Größe des Wertzeichens: 46,00 mm x 27,32 mm

Mit guten Wünschen – ETB 11/2010

Posted in 2010, Miteinander um 23:10 von bleiglass

Die Serie „Post“ erscheint 2010 wieder mit insgesamt vier Briefmarken, die an zwei Ausgabetagen herausgegeben werden. Hier die ersten zwei Marken.

Die Marken rücken das Medium Brief in das Bewusstsein der Menschen. Die vier sympathisch-illustrativ gestalteten Briefmarken machen aus jedem Brief eine individuelle und fröhliche Botschaft – getreu dem Ausgabethema „Mit guten Wünschen“.

Die Briefmarken stellen jeweils eine weltliche und eine mythologisch-religiöse Art der Kommunikation dar und greifen damit verschiedene Aspekte und Symboliken auf, die in unserer Kultur für den Transport von Botschaften bedeutend sind. Kommunikation ist ein Grundbedürfnis der Menschen und die Übermittlung von Nachrichten ist so alt wie die Menschheit selbst.

Erschien beispielsweise in der altgriechischen Welt ein Regenbogen, so galt dies als Zeichen für eine Botschaft der Götter. Die den Regenbogen personifizierende Götterbotin Iris überbrachte Nachrichten aus dem Olymp und wurde so zur Mittlerin zwischen Himmel und Erde, von den Göttern zu den Menschen.

Seit vielen Jahrhunderten verbinden Schiffe die Menschen rund um den Globus miteinander. Und wenn früher ein Schiff unter vollen Segeln in den Hafen einfuhr, dann hatte es nicht nur Waren sondern auch Kenntnisse über Kulturen und Kontinente aus der überseeischen Welt mit im Gepäck.

Regenbogen und Schiffe waren Boten aus einer fernen und unbekannten Welt und stehen auch aktuell für sehnsuchtsvolle Wünsche. Die Anlässe, Nachrichten zu übermitteln, sind heute so vielfältig wie damals. Die Wege, sie zum Empfänger zu transportieren, haben sich aber stark verändert. Heute ist die Post ein „moderner Bote“. Sie verfügt bundesweit über ein Netz von 100.000 Briefkästen, die es den Menschen ermöglichen, ihre Botschaften jederzeit auf den Weg zum Empfänger zu bringen.

Und eins ist sicher: Egal zu welchen Anlässen, ein liebevoller Brief „Mit guten Wünschen“ kommt immer gut an.

Quelle: Deutsche Post

Anlass: Mit guten Wünschen – Regenbogen und Schiff
Ausgabetag: 11. März 2010 (ETB 11/2010)
Entwurf der Wertzeichen und der Ersttagsstempel: Professor Johannes Graf, Dortmund
Druck:Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach
Größe der Wertzeichen: 44,2 x 26,2 mm

Tutti Frutti – ETB 2/2010

Posted in 2010, Biologie um 23:06 von bleiglass

Die Wohlfahrtsmarken mit einem zusätzlichen Centbetrag werden seit 60 Jahren zugunsten der Freien Wohlfahrtspflege herausgegeben. Empfänger der Pluserlöse ist die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V. Die in ihr zusammengeschlossenen Organisationen helfen überall dort, wo staatliche Hilfe nicht ausreicht.

2010 zeigen die Wohlfahrtsmarken die Obstarten Apfel, Erdbeere, Zitrone und Heidelbeere. Einheimische wie ausländische Obstarten sind heute Grundnahrungsmittel, die durch ihren Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen sowie ihre geschmacklichen Vorzüge wertvolle Nahrungsgüter darstellen. Jede Obstart hat ihre eigene Geschichte, die mitunter bis zu 10.000 Jahre zurückreicht und mit früheren Kulturepochen der Menschheit eng verbunden ist.

Der Apfel als Nahrungsmittel ist etwa seit 10.000 Jahren bekannt. Der Markt wird heute weltweit von wenigen Sorten dominiert, unter denen bekannte alte Sorten, wie „Gravensteiner“, „Cox Orangen“, „Granny Smith“ oder „Boskoop“ zu finden sind.

Etwa seit dem 14. Jahrhundert wurden in Europa wild wachsende Erdbeeren kultiviert, die weder geschmacklich noch ertraglich befriedigten. 1623 kamen die Scharlacherdbeere und 1712 die Chileerdbeere nach Europa. Diese Wildarten überzeugten ebenso wenig, bis im 18. Jahrhundert durch zufällige Kreuzungen aus beiden Wildformen die heutige Gartenerdbeere ausgelesen wurde. Bis heute wurden über 1000 Sorten gezüchtet.

Die Zitrone wurde bereits vor 4.000 Jahren in China angebaut. Vermutlich durch die Araber gelangte sie im 10. Jahrhundert aus Nordwestindien in den östlichen Mittelmeerraum. Derzeit existieren zahlreiche Citrus-Formen in verschiedenen Sorten, die alle frostempfindlich sind. Hauptanbaugebiete sind Südeuropa, Kalifornien und Nordafrika.

Heidelbeeren werden heute hauptsächlich als Wildvorkommen beerntet, da diese geschmacklich den im letzten Jahrhundert vor allem in den USA gezüchteten Hochbusch-Heidelbeeren überlegen sind.

Quelle: Deutsche Post

Anlass: Obst
Ausgabetag: 2. Januar 2010 (ETB 2/2010)
Entwurf der Wertzeichen und der Ersttagsstempel: Karen Scholz, Bad Essen
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe der Wertzeichen: 55,0×32,8 mm

März 31, 2010

Die Tölzer Leonhardifahrt – ETB 39/2005

Posted in 2005, Miteinander um 23:21 von bleiglass

Mit dem Motiv „150 Jahre Tölzer Leonhardifahrt“ wird die Reihe volkstümlicher Themen fortgesetzt. Das Sonderpostwertzeichen soll dazu beitragen, dieses uralte und liebenswerte Brauchtum einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen.

Die Tölzer Leonhardifahrt

Seit 1855 findet alljährlich am 6. November die Tölzer Leonhardifahrt statt, die Bauern und Bürger zu einer feierlichen Wallfahrt auf dem Kalvarienberg in Bad Tölz zusammenführt. Sie ist eine heimatgebundene Triumphfahrt zu Ehren des heiligen Ross- und Viehpatrons Sankt Leonhard. Als besonderes Beispiel für ein echtes kirchliches- mit der Bitte um Schutz und Segen für Hof und Stall – wie weltliches Fest in Bayern ist der Brauch von tiefer Religiosität und Freude erfüllt, ein Bekenntnis zur Tradition und zum erhaltenen Volkstum.

Das einzigartige Stadtbild von Tölz bietet im Schmuck der bayerischen und Tölzer Farben, unter dem Läuten der Kirchenglocken, mit den festlich geschmückten Wagen, den Klängen der Musikkapellen und dem Geklingel der blank geputzten Prachtgeschirre der Vierergespanne ein einmaliges farbenfrohes Erlebnis. Der Ursprung der Leonhardifahrt geht auf vorchristliche Vorbilder zurück, in denen das Pferd höheren Mächten geweiht war und als besonders gesegnet galt. Sie ist als volkstümlicher religiöser Brauch quellenmäßig bis in das 17. Jahrhundert zurückzuverfolgen.

1718 entstand auf dem Höhenberg eine Kapelle zu Ehren der Gottesmutter und des heiligen Leonhard und dann in unmittelbarer Nachbarschaft die dreigeteilte Kreuzkirche als Krönung des nun „Kalvarienberg“ genannten Berges. Fortan war die Leonhardikapelle das Ziel der Leonhardireiter und -fahrer. Alles in allem ist der Brauch der Tölzer Leonhardifahrt Ausdruck naturhafter Heimatliebe und zugleich eine willkommene Gelegenheit, den Zusammenhalt von Stadt und Land zu bekennen. Er ist eine öffentliche Kundgebung der Heimattreue und des Glaubens des bayerischen Volkes im Isarwinkel.

Quelle: Deutsche Post

Anlass: 150 Jahre Tölzer Leonhardifahrt
Ausgabetag: 3. November 2005
Entwurf des Wertzeichens und des Ersttagsstempels: Manfred Gottschall, Chemnitz
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe des Wertzeichens: 35,0 mm x 35,0 mm

Die Tölzer Leonhardifahrt

März 30, 2010

Werner Forßmann – ETB 47/2006

Posted in 2006, Männer tagged , um 23:00 von bleiglass

Der Mann, der mir das Leben retten sollte, erhielt ein Jahr vor meiner Geburt den Nobelpreis für seine Arbeit …

Werner Theodor Otto Forßmann wurde am 29. August 1904 in Berlin geboren. Sein Vater verstarb früh und so wurde er als Halbwaise von seiner Mutter erzogen. Er studierte von 1922 bis 1928 Medizin in Berlin.

Werner Forßmann - ETB 47/2006

Im Viktoria-Heim Eberswalde führte er als Assistenzarzt in der Chirurgischen Abteilung im Frühsommer 1929 die erste Herzkatheterisierung durch. In der Hoffnung auf eine akademische Karriere wechselte er zur Chirurgischen Klinik der Charite nach Berlin zu Professor Ferdinand Sauerbruch. Auf seine Publikation über die „Herzsondierung“ im November 1929 erfolgte die Entlassung durch Sauerbruch mit den Worten „mit solchen Versuchen habilitiert man sich in einem Zirkus“.

1931 zurückgekehrt zur Charite, unterstützte Professor Willi Felix ihn in seinen wissenschaftlichen Bemühungen, die Herzkatheterisierung weiterzuentwickeln.

Werner Forßmann war von 1932 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs als Chirurg in Mainz und Dresden sowie als Urologe am Virchow-Krankenhaus in Berlin tätig. Während des Zweiten Weltkriegs erfüllte er ausschließlich ärztliche Aufgaben. Forßmann wurde wegen seiner von ihm später stets bereuten, frühen Parteizugehörigkeit nach dem Krieg bis zu seiner Entnazifizierung 1948 durch ein Berufsverbot an seiner ärztlichen Tätigkeit gehindert.

Er versorgte jedoch während der Nachkriegszeit bis 1950 mit seiner als praktische Ärztin arbeitenden Ehefrau Elisabeth die Gemeinde Wies im südlichen Schwarzwald. Es folgten Tätigkeiten als Chefarzt für Urologie am Diakonie-Kran-kenhaus in Bad Kreuznach und als Chefarzt für Chirurgie am Evangelischen Krankenhaus in Düsseldorf.

Nach seiner Pensionierung im Jahr 1970 zog Forßmann wieder in den Schwarzwald, wo er am 1. Juni 1979 in Schopfheim verstarb.

Neben zahlreichen Ehrungen erhielt er 1954 die Leibniz-Medaille der Humboldt-Universität Berlin und 1956 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie für seine bahnbrechenden Versuche, die der Kardiologie ein innovatives Feld eröffneten.

Werner Theodor Otto Forßmann, der Mann der mir das Leben rettete, erhielt ein Jahr vor meiner Geburt den Nobelpreis fuer Medizin.

Quelle: Deutsche Post

Anlass: 50 jahre Nobelpreis, Werner Forßmann
Ausgabetag: 9. November 2006
Entwurf des Wertzeichens und des Ersttagsstempels: Professor Fritz Lüdtke, München
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe des Wertzeichens: 46,00 mm x 27,32 mm

Werner Forßmann - ETB 47/2006

März 28, 2010

Diplomatische Beziehungen mit Israel – ETB 43/2005

Posted in 2005, Miteinander, Politik tagged um 23:14 von bleiglass

Am 12. Mai 2005 jährte sich zum 40. Mal die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel.

Diplomatische Beziehungen mit Israel

Nach äußerst schwierigen Anfängen sind Deutschland und Israel heute im wahrsten Sinne des Wortes Partner, sowohl im Hinblick auf ihre politische Kooperation als auch auf ihre zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit, die sich auf nahezu alle Sachgebiete erstreckt.

Bis heute werden die deutsch-israelischen Beziehungen von zahlreichen Aktivitäten im Jugend- und Schüleraustausch, im Rahmen von Städtepartnerschaften, in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Sport sowie durch enge wirtschaftliche Verbindungen getragen. Die Erinnerung an die Vergangenheit wird immer Grundstein der deutsch-israelischen Beziehungen bleiben. Doch die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Staaten vor 40 Jahren symbolisiert die Bereitschaft, ein neues Kapitel zu schreiben.

Heute stehen die Beziehungen zwischen Israel und Deutschland auf einer soliden Grundlage. Sie sind ein fundamentaler Bestandteil der Außenbeziehungen beider Staaten und ein weltweites Symbol der Verständigung. Aus Anlass des 40-jährigen Jubiläums finden, über das ganze Jahr 2005 verteilt, eine Vielzahl von Veranstaltungen sowohl in Deutschland als auch in Israel statt. Sie präsentieren das breite Spektrum der deutsch-israelischen Beziehungen.

Mit Blick auf die Zukunft gilt es, die einzigartigen Beziehungen sowohl auf offizieller als auch auf zivilgesellschaftlicher Ebene durch konkrete Zusammenarbeit zu intensivieren. Ein besonderer Schwerpunkt dieser Aktivitäten muss auf der Beteiligung der jungen Generation liegen. Denn ob das Fundament der deutsch-israelischen Beziehungen, das Adenauer und Ben Gurion vor mehr als fünfzig Jahren gelegt haben, auch in Zukunft tragfähig sein wird, hängt davon ab, ob auch die junge Generation bereit und in der Lage ist, das dichte Geflecht enger persönlicher ebenso wie offizieller Kontakte weiterzuentwickeln.

Quelle: Deutsche Post

Anlass: 40 Jahre diplomatische Beziehungen mit Israel
Ausgabetag: 3. November 2005
Entwurf des Wertzeichens und des Ersttagsstempels: Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe des Wertzeichens: 35,0 mm x35,0 mm

Diplomatische Beziehungen mit Israel


März 24, 2010

Eugen Bolz – ETB 45/2006

Posted in 2006, Männer tagged , um 03:00 von bleiglass

Die Serie „Aufrechte Demokraten“ ist ein Beitrag zur Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und würdigt beispielhafte Persönlichkeiten, die sich mit Mut und Engagement für Freiheit und Demokratie eingesetzt haben.

Eugen Bolz - ETB 45/2006

Eugen Bolz wurde am 15. Dezember 1881 in Rottenburg am Neckar geboren und wuchs in einer katholischen Familie auf. Er studierte Rechtswissenschaften und war nach dem Examen kurze Zeit als Jurist tätig, bevor er sich dem Beruf des Politikers zuwandte. 1912 wurde er als jüngster Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Ab 1913 vertrat er die Zentrumspartei zudem im Württembergischen Landtag. 1919 wurde Eugen Bolz württembergischer Justizminister, 1923 Innenminister. 1928 wählte ihn eine Mitte-Rechts-Koalition zum württembergischen Staatspräsidenten.

Bolz trat für die Weimarer Verfassung ein und unterstützte die Politik des Reichskanzlers Brüning. Anfang 1933 bezog Bolz deutlich Stellung gegen Hitler. Im März 1933 wurde seine Regierung von den Nationalsozialisten abgesetzt. Seine Teilnahme am Parteitag der Christlich-Sozialen Partei Österreichs Anfang Mai 1933 diente der Gestapo dazu, Bolz im Juni zum Verhör vorzuladen und wenig später in „Schutzhaft“ zu nehmen.

Die Freilassung von Bolz und anderen Funktionären des Zentrums war Bedingung für die Selbstauflösung der Partei am 5. Juli 1933. Bolz war nun jeglicher politischer Ämter beraubt. Ab 1935 war er mehrere Jahre in einem Wirtschaftsunternehmen tätig, hielt jedoch weiterhin die Verbindung zu seinen politischen Freunden aufrecht. Seit dem Winter 1941/1942 stand er in Kontakt zum Widerstandskreis um Carl Goerdeler. Nach dem Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 sollte er ein Ministeramt in der neu gebildeten Reichsregierung erhalten. Das Attentat auf Hitler aber scheiterte und Eugen Bolz wurde am 12. August 1944 festgenommen, am 21. Dezember 1944 zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Quelle: Deutsche Post

Anlass: 125. Geburtstag Eugen Bolz
Ausgabetag: 9. November 2006
Entwurf des Wertzeichens und des Ersttagsstempels: Susanne Oesterlee, Wuppertal
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach
Größe des Wertzeichens: 35,0 mm x 35,0 mm

Hannah Arendt – ETB 42/2006

Posted in 2006, Frauen tagged , um 03:00 von bleiglass

Hannah Arendt gehört zu den vertriebenen jüdischen Denkern, die in Deutschland und in den USA intensiv gelesen und diskutiert werden.

Hannah Arendt - ETB 42/2006

Geboren wurde sie am 14. Oktober 1906 in Hannover und wuchs in Königsberg (Ostpreußen) auf. Nach dem Abitur 1924 studierte sie evangelische Theologie, Philosophie und griechische Philologie in Marburg. 1928 promovierte sie mit einer Arbeit über das Thema „Der Liebesbegriff bei Augustin“.

Ihr seit Ende der 1920er-Jahre zunehmendes Engagement für die zionistische Bewegung in Deutschland zwang sie, Deutschland bereits im Juli 1933 zu verlassen. Nach ihrer Flucht lebte und arbeitete sie bis 1940 in Paris, hauptsächlich für jüdische Hilfsorganisationen. Dort lernte sie auch ihren Mann, Heinrich Blücher, kennen.

Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1940 gelang ihr die Flucht in die USA. In New York arbeitete sie für verschiedene jüdische Organisationen als Verlagslektorin und freie Publizistin. Nach dem Krieg bereiste Hannah Arendt in den 1950er-Jahren regelmäßig Europa und Deutschland. Zudem begann sie, an den renommierten Universitäten der Vereinigten Staaten (Princeton, Berkeley, Chicago u.a.) Politische Wissenschaft und Philosophie zu lehren. Im Zusammenhang mit ihren Lehrverpflichtungen entstanden ihre großen Bücher wie „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ (1955), „Vita activa oder Vom tätigen Leben“ (1960), „Eichmann in Jerusalem“ (1964), „Über die Revolution“ (1965) und die Vorarbeiten zu dem posthum und unvollendet erschienenen „Vom Leben des Geistes“ (1979). Seit den 1950er-Jahren wirkte sie auch als öffentliche Intellektuelle, die zu wichtigen politischen Fragen innerhalb der USA und Deutschlands Stellung nahm. Ihr Buch über den Prozess gegen Adolf Eichmann erregte weltweit Aufsehen und Kritik. Ihre Essays zu Fragen der Zeit machten sie ebenso berühmt wie ihre philosophisch argumentierenden Bücher.

Hannah Arendt starb am 4. Dezember 1975 in New York.

Quelle: Deutsche Post

Anlass: 100. Geburtstag Hannah Arendt
Ausgabetag: 5. Oktober 2006
Entwurf des Wertzeichens und des Ersttagsstempels:
Professor Peter Steiner und Regina Steiner, Stuttgart
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe des Wertzeichens: 55,0 mm x 32,8 mm

März 22, 2010

Industrie und Technik – ETB 14/1975

Posted in 1975, Industrie & Technik tagged , , um 03:00 von bleiglass

Vor 35 Jahren, startete die Deutsche Post eine neue Dauerserie, Industrie und Technik. Bemerkenswert sind fuer mich 2 Fakten: zum einen wird bereits die spätere Space-Shuttle als Motiv gewählt, und noch verschwommen „Orbiter“ genannt. Man bedenke, dass erst 7 Jahre später, also in 1982. Das Spacelab flog erstmals 1983 auf der Mission STS-9 und wurde bis zu seiner Außerdienststellung 1998 insgesamt 22 Mal eingesetzt.

Der 2te Fakt ist eher eine Enttäuschung: moderne Technologien sind der Post zu dieser Zeit nur 90 Pfennig wert, der alte Braunkohle-Förderbagger aber 100 Pfennig. Damals lagen die Prioritäten eben noch etwas anders, und die Wortschöpfung „Carbon-Footprint“ noch nicht erfunden. Immerhin ist die Zukunft’s-Marken grün und rot, die andere passend braun.

40 Pfennig: Raumtransporter mit Weltraumlabor (Orbiter mit Spacelab)
Zu sehen ist das Weltraumlabor (Spacelab) im Einsatz zwischen den geöffneten Ladeluken des Raumtransporters.
In der Mitte erkennt man das eigentliche Labor, das durch den Tunnel betreten und verlassen wird. In dem Labor herrschen Schwerelosigkeit, aber sonst Lebensbedingungen wie auf der Erde.
Die im unteren Teil erkennbaren sogenannten Paletten sind direkt dem Weltraum ausgesetzt und für Experimente zur Beobachtung des Himmels und der Erde vorgesehen.
Das Weltraumlabor ist ein cooperatives Programm zwischen der European Space Research Organization (ESRO) und der National Aeronautics and Space Administration (NASA).
Es ist ein bemanntes wiederverwendbares Labor und bleibt während des Einsatzes mit dem Orbiter, der Raumfähre, fest verbunden. Es ist reiner Arbeitsraum, während die Besatzung von bis zu 4 Personen ihre Wirtschafts- und Schlafräume im Orbiter hat. Die Missionsdauer beträgt 7 bis 30 Tage. Das Weltraumlabor bietet die Möglichkeit vieler verschiedener Nutzlasten und Experimente.

50 Pfennig: Erdefunkstelle Raisting
Raisting ist ein kleiner idyllischer Ort in Oberbayern und der Endpunkt einer der modernsten Funkbrücken für den interkontinentalen Fernmeldedienst. Riesige Parabol-Antennen sind auf den Himmel gerichtet. Automatisch gesteuert, können sie den Positionsschwankungen des Synchronsatelliten folgen. Sie empfangen und verstärken das außerordentlich schwache Empfangssignal, leiten es in das terrestrische Richtfunk- und Kabelnetz und damit zum Empfänger. Die Antwort kommt auf demselben Weg zurück, und ein starker Sender strahlt sie zum Satelliten ab. Senden und Empfangen über dieselbe Antenne, aber bei verschieden hohen Frequenzen mit vielen Gegenstationen.
Die Erdefunkstelle Raisting, mit der sich die Deutsche Bundespost bereits 1963 an den ersten Übertragungsversuchen beteiligt hat, verfügt heute über 4 Antennen-Anlagen: Antenne 1 für die Region Indischer Ozean, Antenne 2 und Antenne 3 für den Transatlantik-Verkehr und eine weitere Antenne für das deutsch-französische Gemeinschafts-Satellitenprojekt „Symphonie“.

100 Pfennig: Braunkohlen-Förderbagger
Das dargestellte Schaufelrad ist so hoch wie ein vierstöckiges Wohnhaus. Es gehört zu einem Schaufelradbagger mit einer arbeitstäglichen Leistung von 100000 Festkubikmeter, wie sie in dem 2500 qkm großen rheinischen Braunkohlenrevier im Städtedreieck Köln—Aachen—Düsseldorf zur Förderung der Primärenergie Braunkohle eingesetzt sind. Bei diesen Schaufelradbaggern – 7600t schwer, 200 m lang und 70 m hoch – handelt es sich um die größten Förderanlagen der Erde, von denen jeder für sich in der Lage ist, an einem einzigen Tag die Arbeit von 20 000 Menschen zu verrichten. Oder anders: Würde man das an einem einzigen Tag von einem Gerät bewegte Abraummaterial auf einem Fußballfeld aufschichten, ergäbe das einen 10 m hohen Hügel. Die Bedienungsmannschaft besteht aus 5 Personen.

Quelle: Deutsche Post

Anlass: Eine neue Postwertzeichen-Dauerserie mit Darstellungen aus Industrie und Technik löst die Postwertzeichen-Dauerserie „Bundespräsident Heinemann“ ab.
Entwurf: Beat Knoblauch (Beratung für graphische Technik: Paul Beer).
Stecher: 40 und 50 Pfennig: Egon Falz, 100 Pfennig: Manfred Spiegel, beide Bundesdruckerei Berlin
Druck: Stichtiefdruck der Bundesdruckerei Berlin
Größe: 23 x 27,32 mm
Auflagen: Nach Bedarf
Ausgabetag: 15. Mai 1975
Ersttagsstempel: Der Entwurf stammt von Beat Knoblauch.

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