März 30, 2010

Werner Forßmann – ETB 47/2006

Posted in 2006, Männer tagged , um 23:00 von bleiglass

Der Mann, der mir das Leben retten sollte, erhielt ein Jahr vor meiner Geburt den Nobelpreis für seine Arbeit …

Werner Theodor Otto Forßmann wurde am 29. August 1904 in Berlin geboren. Sein Vater verstarb früh und so wurde er als Halbwaise von seiner Mutter erzogen. Er studierte von 1922 bis 1928 Medizin in Berlin.

Werner Forßmann - ETB 47/2006

Im Viktoria-Heim Eberswalde führte er als Assistenzarzt in der Chirurgischen Abteilung im Frühsommer 1929 die erste Herzkatheterisierung durch. In der Hoffnung auf eine akademische Karriere wechselte er zur Chirurgischen Klinik der Charite nach Berlin zu Professor Ferdinand Sauerbruch. Auf seine Publikation über die „Herzsondierung“ im November 1929 erfolgte die Entlassung durch Sauerbruch mit den Worten „mit solchen Versuchen habilitiert man sich in einem Zirkus“.

1931 zurückgekehrt zur Charite, unterstützte Professor Willi Felix ihn in seinen wissenschaftlichen Bemühungen, die Herzkatheterisierung weiterzuentwickeln.

Werner Forßmann war von 1932 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs als Chirurg in Mainz und Dresden sowie als Urologe am Virchow-Krankenhaus in Berlin tätig. Während des Zweiten Weltkriegs erfüllte er ausschließlich ärztliche Aufgaben. Forßmann wurde wegen seiner von ihm später stets bereuten, frühen Parteizugehörigkeit nach dem Krieg bis zu seiner Entnazifizierung 1948 durch ein Berufsverbot an seiner ärztlichen Tätigkeit gehindert.

Er versorgte jedoch während der Nachkriegszeit bis 1950 mit seiner als praktische Ärztin arbeitenden Ehefrau Elisabeth die Gemeinde Wies im südlichen Schwarzwald. Es folgten Tätigkeiten als Chefarzt für Urologie am Diakonie-Kran-kenhaus in Bad Kreuznach und als Chefarzt für Chirurgie am Evangelischen Krankenhaus in Düsseldorf.

Nach seiner Pensionierung im Jahr 1970 zog Forßmann wieder in den Schwarzwald, wo er am 1. Juni 1979 in Schopfheim verstarb.

Neben zahlreichen Ehrungen erhielt er 1954 die Leibniz-Medaille der Humboldt-Universität Berlin und 1956 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie für seine bahnbrechenden Versuche, die der Kardiologie ein innovatives Feld eröffneten.

Werner Theodor Otto Forßmann, der Mann der mir das Leben rettete, erhielt ein Jahr vor meiner Geburt den Nobelpreis fuer Medizin.

Quelle: Deutsche Post

Anlass: 50 jahre Nobelpreis, Werner Forßmann
Ausgabetag: 9. November 2006
Entwurf des Wertzeichens und des Ersttagsstempels: Professor Fritz Lüdtke, München
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe des Wertzeichens: 46,00 mm x 27,32 mm

Werner Forßmann - ETB 47/2006

Advertisements

März 24, 2010

Eugen Bolz – ETB 45/2006

Posted in 2006, Männer tagged , um 03:00 von bleiglass

Die Serie „Aufrechte Demokraten“ ist ein Beitrag zur Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und würdigt beispielhafte Persönlichkeiten, die sich mit Mut und Engagement für Freiheit und Demokratie eingesetzt haben.

Eugen Bolz - ETB 45/2006

Eugen Bolz wurde am 15. Dezember 1881 in Rottenburg am Neckar geboren und wuchs in einer katholischen Familie auf. Er studierte Rechtswissenschaften und war nach dem Examen kurze Zeit als Jurist tätig, bevor er sich dem Beruf des Politikers zuwandte. 1912 wurde er als jüngster Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Ab 1913 vertrat er die Zentrumspartei zudem im Württembergischen Landtag. 1919 wurde Eugen Bolz württembergischer Justizminister, 1923 Innenminister. 1928 wählte ihn eine Mitte-Rechts-Koalition zum württembergischen Staatspräsidenten.

Bolz trat für die Weimarer Verfassung ein und unterstützte die Politik des Reichskanzlers Brüning. Anfang 1933 bezog Bolz deutlich Stellung gegen Hitler. Im März 1933 wurde seine Regierung von den Nationalsozialisten abgesetzt. Seine Teilnahme am Parteitag der Christlich-Sozialen Partei Österreichs Anfang Mai 1933 diente der Gestapo dazu, Bolz im Juni zum Verhör vorzuladen und wenig später in „Schutzhaft“ zu nehmen.

Die Freilassung von Bolz und anderen Funktionären des Zentrums war Bedingung für die Selbstauflösung der Partei am 5. Juli 1933. Bolz war nun jeglicher politischer Ämter beraubt. Ab 1935 war er mehrere Jahre in einem Wirtschaftsunternehmen tätig, hielt jedoch weiterhin die Verbindung zu seinen politischen Freunden aufrecht. Seit dem Winter 1941/1942 stand er in Kontakt zum Widerstandskreis um Carl Goerdeler. Nach dem Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 sollte er ein Ministeramt in der neu gebildeten Reichsregierung erhalten. Das Attentat auf Hitler aber scheiterte und Eugen Bolz wurde am 12. August 1944 festgenommen, am 21. Dezember 1944 zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Quelle: Deutsche Post

Anlass: 125. Geburtstag Eugen Bolz
Ausgabetag: 9. November 2006
Entwurf des Wertzeichens und des Ersttagsstempels: Susanne Oesterlee, Wuppertal
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach
Größe des Wertzeichens: 35,0 mm x 35,0 mm

Hannah Arendt – ETB 42/2006

Posted in 2006, Frauen tagged , um 03:00 von bleiglass

Hannah Arendt gehört zu den vertriebenen jüdischen Denkern, die in Deutschland und in den USA intensiv gelesen und diskutiert werden.

Hannah Arendt - ETB 42/2006

Geboren wurde sie am 14. Oktober 1906 in Hannover und wuchs in Königsberg (Ostpreußen) auf. Nach dem Abitur 1924 studierte sie evangelische Theologie, Philosophie und griechische Philologie in Marburg. 1928 promovierte sie mit einer Arbeit über das Thema „Der Liebesbegriff bei Augustin“.

Ihr seit Ende der 1920er-Jahre zunehmendes Engagement für die zionistische Bewegung in Deutschland zwang sie, Deutschland bereits im Juli 1933 zu verlassen. Nach ihrer Flucht lebte und arbeitete sie bis 1940 in Paris, hauptsächlich für jüdische Hilfsorganisationen. Dort lernte sie auch ihren Mann, Heinrich Blücher, kennen.

Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1940 gelang ihr die Flucht in die USA. In New York arbeitete sie für verschiedene jüdische Organisationen als Verlagslektorin und freie Publizistin. Nach dem Krieg bereiste Hannah Arendt in den 1950er-Jahren regelmäßig Europa und Deutschland. Zudem begann sie, an den renommierten Universitäten der Vereinigten Staaten (Princeton, Berkeley, Chicago u.a.) Politische Wissenschaft und Philosophie zu lehren. Im Zusammenhang mit ihren Lehrverpflichtungen entstanden ihre großen Bücher wie „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ (1955), „Vita activa oder Vom tätigen Leben“ (1960), „Eichmann in Jerusalem“ (1964), „Über die Revolution“ (1965) und die Vorarbeiten zu dem posthum und unvollendet erschienenen „Vom Leben des Geistes“ (1979). Seit den 1950er-Jahren wirkte sie auch als öffentliche Intellektuelle, die zu wichtigen politischen Fragen innerhalb der USA und Deutschlands Stellung nahm. Ihr Buch über den Prozess gegen Adolf Eichmann erregte weltweit Aufsehen und Kritik. Ihre Essays zu Fragen der Zeit machten sie ebenso berühmt wie ihre philosophisch argumentierenden Bücher.

Hannah Arendt starb am 4. Dezember 1975 in New York.

Quelle: Deutsche Post

Anlass: 100. Geburtstag Hannah Arendt
Ausgabetag: 5. Oktober 2006
Entwurf des Wertzeichens und des Ersttagsstempels:
Professor Peter Steiner und Regina Steiner, Stuttgart
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe des Wertzeichens: 55,0 mm x 32,8 mm

März 21, 2010

Mensch ärgere Dich nicht – ETB 9/2010

Posted in 2010 tagged , um 06:00 von bleiglass

Für viele ist es das Spiel der Spiele und ein überaus erfolgreicher Klassiker, der über Generationen hinweg in den deutschen Wohnzimmern für gute Unterhaltung und viel Schadenfreude sorgte: „Mensch ärgere Dich nicht“.

Der vor über 90 Jahren erfundene Spiel-Spaß mit den kleinen Würfeln und bunten Pöppeln hat es nicht nur zu einer Auflage von mehr als 70 Millionen Exemplaren gebracht, sondern auch zu einem Ehrenplatz im Bonner „Haus der Geschichte“. Der Siegeszug dieses berühmten Bestsellers startete während des Ersten Weltkriegs. Der Münchner Angestellte Josef Friedrich Schmidt bastelte zur Beschäftigung seiner Kinder ein Spiel auf der Grundlage von „Eile mit Weile“ und „Ludo“. Er verzichtete auf etliche taktische und strategische Finessen der Vorläufer und entwickelte so ein Würfelspiel, das auf einen schnellen Spielverlauf und das Hinauswerfen der Figuren angelegt war.

Wirklich neu waren die einprägsame grafische Gestaltung und der originelle Titel. 1914 verschenkte Schmidt eine erste Auflage von 3.000 Exemplaren an die deutsche Armee – aus Solidarität mit den Frontsoldaten, aber auch aus einer gewissen Verärgerung heraus: denn bis dahin wollte niemand seine später als Jahrhundertspiel gefeierte Idee kaufen.

Das änderte sich jedoch, als die deutschen Soldaten nach Kriegsende nach Hause kamen und ihr Gepäck auspackten. Darin steckte nämlich neben vielen Erinnerungen auch jenes „Mensch ärgere Dich nicht“, das fortan bei Familien in ganz Deutschland mit seinem temporeichen Vorrücken, schadenfrohen Blockieren und mitleidslosen Rausschmeißen für fröhliche Spielerunden sorgte.

35 Pfennig – kaum mehr als ein Pfund Zucker damals kostete – musste man für ein „Mensch ärgere Dich nicht“ zahlen. Hierzulande dürften sich viele an den langen Winterabenden „süchtig“ gewürfelt haben bei der rasanten Jagd mit den farbigen Pöppeln über die 40 Kreise auf dem gelben Spielbrett. Über 90 Jahre hat sich „Mensch ärgere Dich nicht“ nach diesem Prinzip durchs Leben und in die Herzen der großen und kleinen Spielefans gespielt.

Quelle: Deutsche Post

Ausgabetag: 11. Februar 2010
Entwurf des Wertzeichens und der Ersttagsstempel: Professor Henning Wagenbreth, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe des Wertzeichens: 44,2 x 26,2 mm

Hier könnt ihr euer eigenes Ersttagsblatt bestellen

März 20, 2010

RUHR.2010 – ETB 6/2010

Posted in 2010, Stadt tagged , , um 06:00 von bleiglass

„Das Ruhrgebiet atmet nicht mehr Staub, sondern Zukunft“ resümierte der Schriftsteller Adolf Muschg als Vorsitzender der nationalen Kulturhauptstadt-Jury.

„Essen für das Ruhrgebiet“ war als Außenseiter in das bundesweite Rennen um den begehrten Titel gestartet, aber es überzeugte die EU-Kommission mit seinem Konzept vom „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“ und gewann den Titel. Der Wandel ist für das Ruhrgebiet Triebfeder und Leitmotiv: Einst das Herz der Schwerindustrie, wurde es im Zweiten Weltkrieg fast vollkommen zerstört und war dann in der Nachkriegszeit der Motor des deutschen Wirtschaftswunders. Durch die Montankrise der 1960er Jahre erlitt die Region einen erneuten Rückschlag und hat jetzt als Kulturhauptstadt Europasein neues Selbstbewusstsein gefunden.

Das Ruhrgebiet ist der drittgrößte Ballungsraum Europas nach London und Paris mit 53 Städten und 5,3 Mio. Einwohnern. Der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ ist eine große Chance, die 53 Städte in einen großen Organismus zu verwandeln, der wie eine offene Stadt funktioniert. Die Theater, Opern- und Konzerthäuser, die Festivals der Region, die Museen, die kreativen Unternehmen, Hochschulen und Akademien gehören neben den Informations- und Wirtschaftszentren zu den urbanen Kernen dieses Gefüges. Hübsch und hässlich, Eckkneipe und Sterneküche, Schrebergarten und Landschaftspark, Fußballstadion und Konzerthaus liegen nah beieinander – ein Dialog der Gegensätze. Den Kontrasten und den Menschen ist das Programm der Kulturhauptstadt gewidmet.

Die Geschichten von der von Menschenhand geschaffenen Landschaft, den Künsten und den vielen Kulturen, von den Visionen für die Zukunft und den kreativen Industrien, das sind die Erzählstränge, die sich durch das Kulturhauptstadtjahr ziehen werden. Die Metropole Ruhr ist eine „Stadt“ im Wandel mit dem rauen Charme, die sich immer wieder neu erfindet – wie jetzt als Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010.

Quelle: Deutsche Post

Ausgabetag: 2. Januar 2010
Entwurf des Wertzeichens und der Ersttagsstempel: Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach
Größe des Wertzeichens: 44,2 x 26,2 mm
Motiv: Schriftzug „Ruhr 2010″- zusammengesetzt aus acht Foto-Ausschnitten aus dem Ruhrgebiet

Hier könnt ihr euer eigenes Ersttagsblatt bestellen

März 18, 2010

Die Belagerung von Neuss – ETB 11/1975

Posted in 1975 tagged , , um 23:49 von bleiglass

Die Sonderbriefmarke erinnert an ein Ereignis in der deutschen und rheinischen Geschichte von europäischer, übernationaler Bedeutung: An die vergebliche Belagerung der Stadt Neuss durch Herzog Karl den Kühnen von Burgund von Juli 1474 bis Juni 1475 und an die daraus entstandenen weittragenden Folgen für die staatliche und politische Konstellation in Europa.

Ausgangspunkt waren die Bestrebungen der Herzöge von Burgund, auf Kosten des Deutschen Reiches und Frankreichs zwischen Nordsee und Alpen ein großburgundisches Reich zu errichten. Karl der Kühne — bei den Franzosen le Temeraire, bei den Holländern de Stout genannt — beherrschte bereits die Gebiete bis hinauf nach Holland, Seeland und Flandern und strebte nach der deutschen Kaiserkrone. Ein Verfassungskonflikt im Kurfürstentum Köln gab ihm willkommene Gelegenheit, mit der bestgerüsteten Militärmacht seiner Zeit, der Ritter und Söldner aus aller Herren Länder angehörten, in den Kurstaat einzufallen. Erstes Opfer sollte die Stadt Neuss sein, die nach Köln stärkste Festung am Niederrhein.

Die Stadt widersetzte sich elf Monate lang erfolgreich allen Stürmen und gab damit das Zeichen zu einer reichsumfassenden Aktion gegen den Herzog von Burgund, in dessen Lager vor Neuss Fürsten und Gesandte aus ganz Europa die Entwicklung beobachteten. Fürsten und Städte im Reich zwischen Lübeck und den schweizerischen und elsässischen Städten sandten ihre Kontingente zum Reichsheer, das unter der Führung Kaiser Friedrichs III. und des Markgrafen Albrecht Achilles von Brandenburg Neuss im Mai 1475 entsetzte und Karl den Kühnen zum Abzug zwang.

Zu den Bedingungen des Friedensschlusses, der der Stadt für die »größte rheinische Heldentat«, wie der Historiker sie nennt, für die damalige Zeit wichtige politische und wirtschaftliche Privilegien einbrachten, zählte als wichtigste Vereinbarung die Zustimmung Karls von Burgund zur Vermählung seiner Tochter Maria mit dem Kaisersohn Maximilian (-Der letzte Ritter«).

Auf diese Weise gelangte nach dem Tode Karls in der Schlacht bei Nancy (1477) die reiche burgundische Erbschaft in den Niederlanden und am Oberrhein an das Haus Habsbug, das seitdem zur europäischen Großmacht und zur Weltmacht aufstieg bis zu Kaiser Karl V., in dessen Reich die Sonne nicht unterging.

Hätte die Stadt Neuss damals nicht dem Herzog von Burgund widerstanden, hätte die Geschichte Europas einen anderen Weg genommen. Für das Rheinland bedeutete die Entscheidung von Neuss die weitere Zugehörigkeit zum Deutschen Reiche, für die Städte und Bürger war sie ein Zeichen im Kampfe gegen unumschränkte Fürstenmacht, für Mitentscheidung und Mitverantwortung im Staate, für kommunale und ständische Freiheit.

Die Sondermarke zeigt eine Wiedergabe des Holzschnitts »Nuis« aus Conrad Pfettisheim, Geschichte Peter Hagenbachs und der Burgunderkriege, gedruckt 1477 zu Straßburg von Heinrich Knoblochtzer. Das Werk befindet sich in der fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen als Inkunabel 265.

Entwurf der Marke:    Prof. Carl Keidel
Stich:    Grafische Werkstätten der Bundesdruckerei Berlin
Druck:    Stichtiefdruck und Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei Berlin
Größe:    25,5 x 43 mm
Ausgabetag:    15. Mai 1975
Entwurf des Ersttagsstempels: Franz Steinmetz, das dargestellte Wappen der Stadt Neuss stammt aus dem
Jahr 1475

Hier könnt ihr euer eigenes Ersttagsblatt bestellen

März 15, 2010

DLRG – ETB 40/2003

Posted in 2003, Dienst am Nächsten tagged , um 23:02 von bleiglass

In einer Welt dominiert von emails und online Frankierverfahren, bei denen die „Briefmarke“ zum 3D Barcode degenerierte, sollten wir nicht die oft künstlerisch wertvolle Briefmarke vergessen, denn sie enthält viel unseres Wissens und Geschichte.

Heute: DLRG – ETB 40/2003

Am 19. Oktober 2003 wurde die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft 90 Jahre alt. Ein trauriges Ereignis gab den Anstoß zur Gründung der DLRG: Am 28. Juli 1912 brach die Seebrücke in Binz auf Rügen. Über 100 Menschen stürzten ins Wasser, 17 Personen, darunter sieben Kinder, ertranken.

Ein Jahr später wurde der Grundstein der Organisation gelegt. Inzwischen ist die DLRG zur größten Wasserrettungsorganisation der Welt geworden. Rund 570 000 Mitglieder, organisiert in knapp 2 200 örtlich und regional gegliederten Gruppen, haben sich dem gemeinsamen Ziel verschrieben, Menschen vor dem Ertrinkungstod zu bewahren. Ehrenamtlich Aktive leisten dafür jährlich in Schwimmbädern, auf Flüssen und Seen oder an Stränden und Küsten rund 2,2 Millionen Einsatzstunden.

Sie bilden Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Schwimmen und Rettungsschwimmen aus, klären über Gefahren auf und sind zur Stelle, wenn Wassersportler in Gefahr geraten oder Hochwasser Menschen und Werte bedroht. Ihre hochqualifizierten Rettungsschwimmer, Bootsmannschaften, Taucher, Sanitäter und Katastrophenschützer sind bundesweit überall dort im Einsatz, wo das Fachwissen und die technische Ausrüstung einer auf Wasserrettung spezialisierten Organisation gefragt sind.

Heute sind die rot-gelbe Einsatzkleidung der Lebensretter und die Buchstabenfolge DLRG das Synonym für Sicherheit am, im und auf dem Wasser. Bedeutende Bewährungsproben bestand die DLRG 1997 beim Oderhochwasser und 2002 – mit dem größten Einsatz in der Verbandsgeschichte – beim Hochwasser an der Elbe und ihren Nebenflüssen. Die Fachleute der DLRG bewiesen durch wasserseitige Deichsicherung ihre besondere Kompetenz und konnten zahlreiche Überflutungen verhindern. Zahlreiche Menschen wurden vor dem Tod durch Ertrinken gerettet, und Sachwerte in Millionenhöhe vor der Zerstörung bewahrt.

Quelle: Deutsche Post

Ausgabetag: 9. Oktober 2003
Entwurf des Wertzeichens und des Ersttagsstempels: Corinna Rogger, Biberach
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe des Wertzeichens: 46,00 mm x 27,32 mm
Motiv: DLRG – Helfer auf dem Wasser


Hier könnt ihr euer eigenes Ersttagsblatt bestellen

März 14, 2010

Der Frauenschuh – ETB 1/2010

Posted in 2010, Biologie tagged , , um 10:01 von bleiglass

In dieser neuen Serie möchte ich einen alten Freund vorstellen, das Ersttagsblatt, kurz auch „ETB“ genannt. Dies ist ein von der Post ausgegebenes und vertriebenes Blatt, versehen mit einer Briefmarke, die einen Ersttagsstempel trägt. Die Briefmarke wurde also am ersten Gültigkeitstag abgestempelt. Interessant sind neben dem Motivdesign auch die Motivbeschreibungen und technische Angaben üblich.

In einer Welt dominiert von emails und online Frankierverfahren, bei denen die „Briefmarke“ zum 3D Bar Code degenerierte, sollten wir nicht die oft künstlerisch wertvolle Briefmarke vergessen, denn sie enthält viel unseres Wissens und Geschichte.

Die Allgemeinbildung sinkt, Pisa Studien malen ein düsteres Bild, vielleicht sollte sich jeder mal die Zeit nehmen zu einem Ersttagsblatt zu greifen, die Marke bewundern und die Motivbeschreibung durchlesen.

Dazu muss man kein Philatelist sein, braucht keine einzige Briefmarke zu sammeln oder gar ihren Wert kennen. Ich tue dies immer wieder gerne mit den handlichen Ersttagsblaettern, auch wenn ich leider viele Details zu schnell wieder vergesse.

Hier gehts los, mit dem ETB 1/2010:

ETB 1/2010

Die Serie „Blumen“ will die Menschen mit modernen und zeitlosen Motiven auf die Schönheit und Vielfalt der Blumen in Gärten und freier Natur in Deutschland aufmerksam machen. Die farbenfrohen und stimmungsvollen Darstellungen sollen dazu beitragen, die kleinen Freuden des Alltags wieder neu zu entdecken.

Zu den größten Kostbarkeiten unserer heimischen Pflanzenwelt zählt der Frauenschuh (Cypripedium calceolus), eine äußerst attraktive und stark gefährdete Orchideenart. Der berühmte Naturforscher Carl von Linne (1707-1 778) benannte diese Pflanze nach der Liebesgöttin Aphrodite, die auch den Beinamen Kypris trug. Der Name Cypripedium leitet sich von griechisch „Kypris“ = Beiname der Aphrodite und „pedilon“ = Schuh ab.

Die Pflanze ist zwischen 20 und 50 Zentimeter hoch und trägt breit-elliptische, geriefte Blätter. Die Blüten erscheinen im Mai und tragen eine pantoffelartig aufgeblasene zitronengelbe, purpur-punktierte Unterlippe, die von innen kreuzförmig gestellten, kastanienfarbenen Blütenblättern umgeben ist und eine raffinierte Kesselfalle für Insekten darstellt.

Ein aprikosenähnlicher Duft und die gelbe Unterlippe locken vorwiegend Sandbienen an, die über die glattwandige Öffnung des Pantoffels in die Blüte hineinfallen. Dort gefangen ernähren sie sich von den zuckerhaltigen Futterhaaren. Die Flucht aus der Blütenfalle gelingt nur über zwei enge, versteckt liegende Durchgänge, die unter den Staubgefäßen liegen. Dort muss sich die Biene an der Narbe hindurchquetschen, streift die Pollen ab und neuer Pollen heftet sich an ihren Rücken.

Der Frauenschuh bevorzugt lichte Laubwälder, insbesondere Buchenwälder mit meist kalkhaltigen, modrig-humosen Böden. Durch Pflücken der Blüten, Ausgraben des Wurzelstocks durch Pflanzenliebhaber und Aufforstungen der Wuchsorte mit Nadelhölzern ist er sehr selten und steht unter strengem Naturschutz.

Inder Homöopathie findet die Frauenschuhwurzel als baldrianähnliches Beruhigungs- und Einschlafmittel Verwendung.

Quelle: Deutsche Post

Ausgabetag: 2. Januar 2010
Entwurf des Wertzeichens und der Ersttagsstempel: Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe des Wertzeichens: 21,50mmx30,13mm

Hier könnt ihr euer eigenes Ersttagsblatt bestellen