März 24, 2010

Hannah Arendt – ETB 42/2006

Posted in 2006, Frauen tagged , um 03:00 von bleiglass

Hannah Arendt gehört zu den vertriebenen jüdischen Denkern, die in Deutschland und in den USA intensiv gelesen und diskutiert werden.

Hannah Arendt - ETB 42/2006

Geboren wurde sie am 14. Oktober 1906 in Hannover und wuchs in Königsberg (Ostpreußen) auf. Nach dem Abitur 1924 studierte sie evangelische Theologie, Philosophie und griechische Philologie in Marburg. 1928 promovierte sie mit einer Arbeit über das Thema „Der Liebesbegriff bei Augustin“.

Ihr seit Ende der 1920er-Jahre zunehmendes Engagement für die zionistische Bewegung in Deutschland zwang sie, Deutschland bereits im Juli 1933 zu verlassen. Nach ihrer Flucht lebte und arbeitete sie bis 1940 in Paris, hauptsächlich für jüdische Hilfsorganisationen. Dort lernte sie auch ihren Mann, Heinrich Blücher, kennen.

Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1940 gelang ihr die Flucht in die USA. In New York arbeitete sie für verschiedene jüdische Organisationen als Verlagslektorin und freie Publizistin. Nach dem Krieg bereiste Hannah Arendt in den 1950er-Jahren regelmäßig Europa und Deutschland. Zudem begann sie, an den renommierten Universitäten der Vereinigten Staaten (Princeton, Berkeley, Chicago u.a.) Politische Wissenschaft und Philosophie zu lehren. Im Zusammenhang mit ihren Lehrverpflichtungen entstanden ihre großen Bücher wie „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ (1955), „Vita activa oder Vom tätigen Leben“ (1960), „Eichmann in Jerusalem“ (1964), „Über die Revolution“ (1965) und die Vorarbeiten zu dem posthum und unvollendet erschienenen „Vom Leben des Geistes“ (1979). Seit den 1950er-Jahren wirkte sie auch als öffentliche Intellektuelle, die zu wichtigen politischen Fragen innerhalb der USA und Deutschlands Stellung nahm. Ihr Buch über den Prozess gegen Adolf Eichmann erregte weltweit Aufsehen und Kritik. Ihre Essays zu Fragen der Zeit machten sie ebenso berühmt wie ihre philosophisch argumentierenden Bücher.

Hannah Arendt starb am 4. Dezember 1975 in New York.

Quelle: Deutsche Post

Anlass: 100. Geburtstag Hannah Arendt
Ausgabetag: 5. Oktober 2006
Entwurf des Wertzeichens und des Ersttagsstempels:
Professor Peter Steiner und Regina Steiner, Stuttgart
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe des Wertzeichens: 55,0 mm x 32,8 mm

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März 18, 2010

Bedeutende Frauen – ETB 1/1975

Posted in 1975, Frauen tagged , , , um 03:01 von bleiglass

In einer Welt dominiert von emails und online Frankierverfahren, bei denen die „Briefmarke“ zum 3D Bar Code degenerierte, sollten wir nicht die oft künstlerisch wertvolle Briefmarke vergessen, denn sie enthält viel unseres Wissens und Geschichte.

Im Internationalen Jahr der Frau in 1975 stellt die Deutsche Bundespost vier bedeutende deutsche Schriftstellerinnen vor:

Annette Kolb, geboren am 2. Februar 1875 in München, gestorben am 3. Dezember 1967 in München, hat geistreiche Essays und Romane geschrieben, die geprägt sind vom Geist der humanistischen gebildeten europäischen Welt aus der Zeit vor 1914. Sie schrieb ferner Biographien und Übersetzungen. Ihr persönliches Anliegen war die Vermittlung zwischen deutscher und französischer Kultur. Sie emigrierte 1933 und kehrte 1945 aus den USA nach Paris zurück.

Ricarda Huch, am 18. Juli 1864 in Braunschweig geboren, starb am 17. November 1947 in Schönberg im Taunus. Sie war eine der Hauptvertreterinnen der neuromantischen Literatur in Lyrik und Prosa. Als Historikerin von Rang gab sie beschreibende Darstellungen historischer Ereignisse und Gestalten. Sie war eine leidenschaftliche Kämpferin für die geistigen und ethischen „Urphänomene“ der Menschheit.

Else Lasker-Schüler wurde am 11. Februar 1869 in Wuppertal-Elberfeld geboren und starb am 22. Januar 1945 in Jerusalem. Sie war expressionistische Lyrikerin. In ihrer Persönlichkeit vereinigten sich glühende Phantasie und leidenschaftliche Religiosität des Judentums mit der Liebe zur deutschen Kultur und Landschaft.

Gertrud Freiin von Le Fort wurde am 11. Oktober 1876 in Minden in Westfalen geboren und starb am I.November 1971 in Oberstdorf. Sie gestaltete religiöse und historische Themen, humanistische Lyrik und Zeitromane. Die Gnade der katholischen Kirche kehrt in immer neuer Form in ihren Werken wieder. Ihre Novellen deuten das Wesen der Frau.

Quelle: Deutsche Post

Motive: Die reproduzierten Kopfbilder der vier Frauen wurden von Prof. Aretz für die Briefmarkenentwürfe frei umgesetzt.

Ausgabetag:    15. Januar 1975
Entwürfe:    Professor Gerd Aretz
Druck:    Vierfarben-Offsetdruck und Stichtiefdruck der Bundesdruckerei Berlin
Größe:    27,5 x 32,8 mm

Hier könnt ihr euer eigenes Ersttagsblatt bestellen