April 3, 2010

KFZ-Kennzeichen – ETB 32/2006

Posted in 2006, Industrie & Technik tagged , um 23:15 von bleiglass

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die amtliche Registrierung und Nummerierung der Kraftfahrzeuge in immer weiteren Teilen des Deutschen Reiches obligatorisch. Den Anfang machten Großstädte wie München, Berlin, Hamburg und Köln.

Die Kennzeichnung bestand in der Regel aus einem großen lateinischen Buchstaben für das Land oder die Provinz sowie Nummern in arabischen Zahlen. Die reichseinheitliche Nummerierung wurde mit den „Grundzügen betreffend den Verkehr mit Kraftfahrzeugen“, die am 1. Oktober 1906 in Kraft traten, eingeführt. Das Kennzeichen bestand aus weißer Grundfarbe mit schwarzer Beschriftung und Umrandung sowie einem Trennstrich zwischen Erkennungszeichen und Nummer. Dieses bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland gültige Kraftfahrzeugkennzeichensystem konnte, ebenso wenig wie die Nachkriegssysteme der Besatzungsmächte, mit den wachsenden Fahrzeugzahlen auf Dauer Schritt halten.

Um die Voraussetzungen an ein modernes, zweckmäßiges, einfaches und für lange Zeit brauchbares Kennzeichensystem zu erfüllen, wurde mit der Verordnung zur Änderung von Vorschriften des Straßenverkehrsrechts vom 14. März 1956 das in seinen wesentlichen Grundzügen auch noch heute gültige Kennzeichensystem eingeführt. Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger werden nur noch nach ihrer Zulassungsstelle und einer fortlaufenden Nummer (Buchstaben und Ziffern) gekennzeichnet. Die Zulassungsstelle wird mit einem, zwei oder drei Buchstaben aus ihrem Ortsnamen gekennzeichnet.

Fahrversuche in Nordrhein-Westfalen haben ergeben, dass aus Buchstaben und Zahlen zusammengesetzte (alphanumerische) Fahrzeugnummern besser ablesbar und merkbar sind als Fahrzeugkennzeichen, die nur aus Zahlen bestehen. Eine bedeutende optische Änderung hat das deutsche Kennzeichenwesen durch die Einführung des Euro-Kennzeichens – mit Wirkung vom 15. Januar 1995 zunächst fakultativ und ab 1. November 2000 obligatorisch – erfahren.

Quelle: Deutsche Post

Anlass: 100 Jahre einheitliche deutsche Kfz-Kennzeichen
Ausgabetag: 13. Juli 2006 (ETB 32/2006)
Entwurf des Wertzeichens und des Ersttagsstempels: Kym Erdmann, Kiel
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe des Wertzeichens: 46,00 mm x 27,32 mm

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März 22, 2010

Industrie und Technik – ETB 14/1975

Posted in 1975, Industrie & Technik tagged , , um 03:00 von bleiglass

Vor 35 Jahren, startete die Deutsche Post eine neue Dauerserie, Industrie und Technik. Bemerkenswert sind fuer mich 2 Fakten: zum einen wird bereits die spätere Space-Shuttle als Motiv gewählt, und noch verschwommen „Orbiter“ genannt. Man bedenke, dass erst 7 Jahre später, also in 1982. Das Spacelab flog erstmals 1983 auf der Mission STS-9 und wurde bis zu seiner Außerdienststellung 1998 insgesamt 22 Mal eingesetzt.

Der 2te Fakt ist eher eine Enttäuschung: moderne Technologien sind der Post zu dieser Zeit nur 90 Pfennig wert, der alte Braunkohle-Förderbagger aber 100 Pfennig. Damals lagen die Prioritäten eben noch etwas anders, und die Wortschöpfung „Carbon-Footprint“ noch nicht erfunden. Immerhin ist die Zukunft’s-Marken grün und rot, die andere passend braun.

40 Pfennig: Raumtransporter mit Weltraumlabor (Orbiter mit Spacelab)
Zu sehen ist das Weltraumlabor (Spacelab) im Einsatz zwischen den geöffneten Ladeluken des Raumtransporters.
In der Mitte erkennt man das eigentliche Labor, das durch den Tunnel betreten und verlassen wird. In dem Labor herrschen Schwerelosigkeit, aber sonst Lebensbedingungen wie auf der Erde.
Die im unteren Teil erkennbaren sogenannten Paletten sind direkt dem Weltraum ausgesetzt und für Experimente zur Beobachtung des Himmels und der Erde vorgesehen.
Das Weltraumlabor ist ein cooperatives Programm zwischen der European Space Research Organization (ESRO) und der National Aeronautics and Space Administration (NASA).
Es ist ein bemanntes wiederverwendbares Labor und bleibt während des Einsatzes mit dem Orbiter, der Raumfähre, fest verbunden. Es ist reiner Arbeitsraum, während die Besatzung von bis zu 4 Personen ihre Wirtschafts- und Schlafräume im Orbiter hat. Die Missionsdauer beträgt 7 bis 30 Tage. Das Weltraumlabor bietet die Möglichkeit vieler verschiedener Nutzlasten und Experimente.

50 Pfennig: Erdefunkstelle Raisting
Raisting ist ein kleiner idyllischer Ort in Oberbayern und der Endpunkt einer der modernsten Funkbrücken für den interkontinentalen Fernmeldedienst. Riesige Parabol-Antennen sind auf den Himmel gerichtet. Automatisch gesteuert, können sie den Positionsschwankungen des Synchronsatelliten folgen. Sie empfangen und verstärken das außerordentlich schwache Empfangssignal, leiten es in das terrestrische Richtfunk- und Kabelnetz und damit zum Empfänger. Die Antwort kommt auf demselben Weg zurück, und ein starker Sender strahlt sie zum Satelliten ab. Senden und Empfangen über dieselbe Antenne, aber bei verschieden hohen Frequenzen mit vielen Gegenstationen.
Die Erdefunkstelle Raisting, mit der sich die Deutsche Bundespost bereits 1963 an den ersten Übertragungsversuchen beteiligt hat, verfügt heute über 4 Antennen-Anlagen: Antenne 1 für die Region Indischer Ozean, Antenne 2 und Antenne 3 für den Transatlantik-Verkehr und eine weitere Antenne für das deutsch-französische Gemeinschafts-Satellitenprojekt „Symphonie“.

100 Pfennig: Braunkohlen-Förderbagger
Das dargestellte Schaufelrad ist so hoch wie ein vierstöckiges Wohnhaus. Es gehört zu einem Schaufelradbagger mit einer arbeitstäglichen Leistung von 100000 Festkubikmeter, wie sie in dem 2500 qkm großen rheinischen Braunkohlenrevier im Städtedreieck Köln—Aachen—Düsseldorf zur Förderung der Primärenergie Braunkohle eingesetzt sind. Bei diesen Schaufelradbaggern – 7600t schwer, 200 m lang und 70 m hoch – handelt es sich um die größten Förderanlagen der Erde, von denen jeder für sich in der Lage ist, an einem einzigen Tag die Arbeit von 20 000 Menschen zu verrichten. Oder anders: Würde man das an einem einzigen Tag von einem Gerät bewegte Abraummaterial auf einem Fußballfeld aufschichten, ergäbe das einen 10 m hohen Hügel. Die Bedienungsmannschaft besteht aus 5 Personen.

Quelle: Deutsche Post

Anlass: Eine neue Postwertzeichen-Dauerserie mit Darstellungen aus Industrie und Technik löst die Postwertzeichen-Dauerserie „Bundespräsident Heinemann“ ab.
Entwurf: Beat Knoblauch (Beratung für graphische Technik: Paul Beer).
Stecher: 40 und 50 Pfennig: Egon Falz, 100 Pfennig: Manfred Spiegel, beide Bundesdruckerei Berlin
Druck: Stichtiefdruck der Bundesdruckerei Berlin
Größe: 23 x 27,32 mm
Auflagen: Nach Bedarf
Ausgabetag: 15. Mai 1975
Ersttagsstempel: Der Entwurf stammt von Beat Knoblauch.