März 21, 2010

Mensch ärgere Dich nicht – ETB 9/2010

Posted in 2010 tagged , um 06:00 von bleiglass

Für viele ist es das Spiel der Spiele und ein überaus erfolgreicher Klassiker, der über Generationen hinweg in den deutschen Wohnzimmern für gute Unterhaltung und viel Schadenfreude sorgte: „Mensch ärgere Dich nicht“.

Der vor über 90 Jahren erfundene Spiel-Spaß mit den kleinen Würfeln und bunten Pöppeln hat es nicht nur zu einer Auflage von mehr als 70 Millionen Exemplaren gebracht, sondern auch zu einem Ehrenplatz im Bonner „Haus der Geschichte“. Der Siegeszug dieses berühmten Bestsellers startete während des Ersten Weltkriegs. Der Münchner Angestellte Josef Friedrich Schmidt bastelte zur Beschäftigung seiner Kinder ein Spiel auf der Grundlage von „Eile mit Weile“ und „Ludo“. Er verzichtete auf etliche taktische und strategische Finessen der Vorläufer und entwickelte so ein Würfelspiel, das auf einen schnellen Spielverlauf und das Hinauswerfen der Figuren angelegt war.

Wirklich neu waren die einprägsame grafische Gestaltung und der originelle Titel. 1914 verschenkte Schmidt eine erste Auflage von 3.000 Exemplaren an die deutsche Armee – aus Solidarität mit den Frontsoldaten, aber auch aus einer gewissen Verärgerung heraus: denn bis dahin wollte niemand seine später als Jahrhundertspiel gefeierte Idee kaufen.

Das änderte sich jedoch, als die deutschen Soldaten nach Kriegsende nach Hause kamen und ihr Gepäck auspackten. Darin steckte nämlich neben vielen Erinnerungen auch jenes „Mensch ärgere Dich nicht“, das fortan bei Familien in ganz Deutschland mit seinem temporeichen Vorrücken, schadenfrohen Blockieren und mitleidslosen Rausschmeißen für fröhliche Spielerunden sorgte.

35 Pfennig – kaum mehr als ein Pfund Zucker damals kostete – musste man für ein „Mensch ärgere Dich nicht“ zahlen. Hierzulande dürften sich viele an den langen Winterabenden „süchtig“ gewürfelt haben bei der rasanten Jagd mit den farbigen Pöppeln über die 40 Kreise auf dem gelben Spielbrett. Über 90 Jahre hat sich „Mensch ärgere Dich nicht“ nach diesem Prinzip durchs Leben und in die Herzen der großen und kleinen Spielefans gespielt.

Quelle: Deutsche Post

Ausgabetag: 11. Februar 2010
Entwurf des Wertzeichens und der Ersttagsstempel: Professor Henning Wagenbreth, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe des Wertzeichens: 44,2 x 26,2 mm

Hier könnt ihr euer eigenes Ersttagsblatt bestellen

Advertisements

März 20, 2010

RUHR.2010 – ETB 6/2010

Posted in 2010, Stadt tagged , , um 06:00 von bleiglass

„Das Ruhrgebiet atmet nicht mehr Staub, sondern Zukunft“ resümierte der Schriftsteller Adolf Muschg als Vorsitzender der nationalen Kulturhauptstadt-Jury.

„Essen für das Ruhrgebiet“ war als Außenseiter in das bundesweite Rennen um den begehrten Titel gestartet, aber es überzeugte die EU-Kommission mit seinem Konzept vom „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“ und gewann den Titel. Der Wandel ist für das Ruhrgebiet Triebfeder und Leitmotiv: Einst das Herz der Schwerindustrie, wurde es im Zweiten Weltkrieg fast vollkommen zerstört und war dann in der Nachkriegszeit der Motor des deutschen Wirtschaftswunders. Durch die Montankrise der 1960er Jahre erlitt die Region einen erneuten Rückschlag und hat jetzt als Kulturhauptstadt Europasein neues Selbstbewusstsein gefunden.

Das Ruhrgebiet ist der drittgrößte Ballungsraum Europas nach London und Paris mit 53 Städten und 5,3 Mio. Einwohnern. Der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ ist eine große Chance, die 53 Städte in einen großen Organismus zu verwandeln, der wie eine offene Stadt funktioniert. Die Theater, Opern- und Konzerthäuser, die Festivals der Region, die Museen, die kreativen Unternehmen, Hochschulen und Akademien gehören neben den Informations- und Wirtschaftszentren zu den urbanen Kernen dieses Gefüges. Hübsch und hässlich, Eckkneipe und Sterneküche, Schrebergarten und Landschaftspark, Fußballstadion und Konzerthaus liegen nah beieinander – ein Dialog der Gegensätze. Den Kontrasten und den Menschen ist das Programm der Kulturhauptstadt gewidmet.

Die Geschichten von der von Menschenhand geschaffenen Landschaft, den Künsten und den vielen Kulturen, von den Visionen für die Zukunft und den kreativen Industrien, das sind die Erzählstränge, die sich durch das Kulturhauptstadtjahr ziehen werden. Die Metropole Ruhr ist eine „Stadt“ im Wandel mit dem rauen Charme, die sich immer wieder neu erfindet – wie jetzt als Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010.

Quelle: Deutsche Post

Ausgabetag: 2. Januar 2010
Entwurf des Wertzeichens und der Ersttagsstempel: Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach
Größe des Wertzeichens: 44,2 x 26,2 mm
Motiv: Schriftzug „Ruhr 2010″- zusammengesetzt aus acht Foto-Ausschnitten aus dem Ruhrgebiet

Hier könnt ihr euer eigenes Ersttagsblatt bestellen

März 18, 2010

Die Belagerung von Neuss – ETB 11/1975

Posted in 1975 tagged , , um 23:49 von bleiglass

Die Sonderbriefmarke erinnert an ein Ereignis in der deutschen und rheinischen Geschichte von europäischer, übernationaler Bedeutung: An die vergebliche Belagerung der Stadt Neuss durch Herzog Karl den Kühnen von Burgund von Juli 1474 bis Juni 1475 und an die daraus entstandenen weittragenden Folgen für die staatliche und politische Konstellation in Europa.

Ausgangspunkt waren die Bestrebungen der Herzöge von Burgund, auf Kosten des Deutschen Reiches und Frankreichs zwischen Nordsee und Alpen ein großburgundisches Reich zu errichten. Karl der Kühne — bei den Franzosen le Temeraire, bei den Holländern de Stout genannt — beherrschte bereits die Gebiete bis hinauf nach Holland, Seeland und Flandern und strebte nach der deutschen Kaiserkrone. Ein Verfassungskonflikt im Kurfürstentum Köln gab ihm willkommene Gelegenheit, mit der bestgerüsteten Militärmacht seiner Zeit, der Ritter und Söldner aus aller Herren Länder angehörten, in den Kurstaat einzufallen. Erstes Opfer sollte die Stadt Neuss sein, die nach Köln stärkste Festung am Niederrhein.

Die Stadt widersetzte sich elf Monate lang erfolgreich allen Stürmen und gab damit das Zeichen zu einer reichsumfassenden Aktion gegen den Herzog von Burgund, in dessen Lager vor Neuss Fürsten und Gesandte aus ganz Europa die Entwicklung beobachteten. Fürsten und Städte im Reich zwischen Lübeck und den schweizerischen und elsässischen Städten sandten ihre Kontingente zum Reichsheer, das unter der Führung Kaiser Friedrichs III. und des Markgrafen Albrecht Achilles von Brandenburg Neuss im Mai 1475 entsetzte und Karl den Kühnen zum Abzug zwang.

Zu den Bedingungen des Friedensschlusses, der der Stadt für die »größte rheinische Heldentat«, wie der Historiker sie nennt, für die damalige Zeit wichtige politische und wirtschaftliche Privilegien einbrachten, zählte als wichtigste Vereinbarung die Zustimmung Karls von Burgund zur Vermählung seiner Tochter Maria mit dem Kaisersohn Maximilian (-Der letzte Ritter«).

Auf diese Weise gelangte nach dem Tode Karls in der Schlacht bei Nancy (1477) die reiche burgundische Erbschaft in den Niederlanden und am Oberrhein an das Haus Habsbug, das seitdem zur europäischen Großmacht und zur Weltmacht aufstieg bis zu Kaiser Karl V., in dessen Reich die Sonne nicht unterging.

Hätte die Stadt Neuss damals nicht dem Herzog von Burgund widerstanden, hätte die Geschichte Europas einen anderen Weg genommen. Für das Rheinland bedeutete die Entscheidung von Neuss die weitere Zugehörigkeit zum Deutschen Reiche, für die Städte und Bürger war sie ein Zeichen im Kampfe gegen unumschränkte Fürstenmacht, für Mitentscheidung und Mitverantwortung im Staate, für kommunale und ständische Freiheit.

Die Sondermarke zeigt eine Wiedergabe des Holzschnitts »Nuis« aus Conrad Pfettisheim, Geschichte Peter Hagenbachs und der Burgunderkriege, gedruckt 1477 zu Straßburg von Heinrich Knoblochtzer. Das Werk befindet sich in der fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen als Inkunabel 265.

Entwurf der Marke:    Prof. Carl Keidel
Stich:    Grafische Werkstätten der Bundesdruckerei Berlin
Druck:    Stichtiefdruck und Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei Berlin
Größe:    25,5 x 43 mm
Ausgabetag:    15. Mai 1975
Entwurf des Ersttagsstempels: Franz Steinmetz, das dargestellte Wappen der Stadt Neuss stammt aus dem
Jahr 1475

Hier könnt ihr euer eigenes Ersttagsblatt bestellen

Bedeutende Frauen – ETB 1/1975

Posted in 1975, Frauen tagged , , , um 03:01 von bleiglass

In einer Welt dominiert von emails und online Frankierverfahren, bei denen die „Briefmarke“ zum 3D Bar Code degenerierte, sollten wir nicht die oft künstlerisch wertvolle Briefmarke vergessen, denn sie enthält viel unseres Wissens und Geschichte.

Im Internationalen Jahr der Frau in 1975 stellt die Deutsche Bundespost vier bedeutende deutsche Schriftstellerinnen vor:

Annette Kolb, geboren am 2. Februar 1875 in München, gestorben am 3. Dezember 1967 in München, hat geistreiche Essays und Romane geschrieben, die geprägt sind vom Geist der humanistischen gebildeten europäischen Welt aus der Zeit vor 1914. Sie schrieb ferner Biographien und Übersetzungen. Ihr persönliches Anliegen war die Vermittlung zwischen deutscher und französischer Kultur. Sie emigrierte 1933 und kehrte 1945 aus den USA nach Paris zurück.

Ricarda Huch, am 18. Juli 1864 in Braunschweig geboren, starb am 17. November 1947 in Schönberg im Taunus. Sie war eine der Hauptvertreterinnen der neuromantischen Literatur in Lyrik und Prosa. Als Historikerin von Rang gab sie beschreibende Darstellungen historischer Ereignisse und Gestalten. Sie war eine leidenschaftliche Kämpferin für die geistigen und ethischen „Urphänomene“ der Menschheit.

Else Lasker-Schüler wurde am 11. Februar 1869 in Wuppertal-Elberfeld geboren und starb am 22. Januar 1945 in Jerusalem. Sie war expressionistische Lyrikerin. In ihrer Persönlichkeit vereinigten sich glühende Phantasie und leidenschaftliche Religiosität des Judentums mit der Liebe zur deutschen Kultur und Landschaft.

Gertrud Freiin von Le Fort wurde am 11. Oktober 1876 in Minden in Westfalen geboren und starb am I.November 1971 in Oberstdorf. Sie gestaltete religiöse und historische Themen, humanistische Lyrik und Zeitromane. Die Gnade der katholischen Kirche kehrt in immer neuer Form in ihren Werken wieder. Ihre Novellen deuten das Wesen der Frau.

Quelle: Deutsche Post

Motive: Die reproduzierten Kopfbilder der vier Frauen wurden von Prof. Aretz für die Briefmarkenentwürfe frei umgesetzt.

Ausgabetag:    15. Januar 1975
Entwürfe:    Professor Gerd Aretz
Druck:    Vierfarben-Offsetdruck und Stichtiefdruck der Bundesdruckerei Berlin
Größe:    27,5 x 32,8 mm

Hier könnt ihr euer eigenes Ersttagsblatt bestellen

März 15, 2010

DLRG – ETB 40/2003

Posted in 2003, Dienst am Nächsten tagged , um 23:02 von bleiglass

In einer Welt dominiert von emails und online Frankierverfahren, bei denen die „Briefmarke“ zum 3D Barcode degenerierte, sollten wir nicht die oft künstlerisch wertvolle Briefmarke vergessen, denn sie enthält viel unseres Wissens und Geschichte.

Heute: DLRG – ETB 40/2003

Am 19. Oktober 2003 wurde die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft 90 Jahre alt. Ein trauriges Ereignis gab den Anstoß zur Gründung der DLRG: Am 28. Juli 1912 brach die Seebrücke in Binz auf Rügen. Über 100 Menschen stürzten ins Wasser, 17 Personen, darunter sieben Kinder, ertranken.

Ein Jahr später wurde der Grundstein der Organisation gelegt. Inzwischen ist die DLRG zur größten Wasserrettungsorganisation der Welt geworden. Rund 570 000 Mitglieder, organisiert in knapp 2 200 örtlich und regional gegliederten Gruppen, haben sich dem gemeinsamen Ziel verschrieben, Menschen vor dem Ertrinkungstod zu bewahren. Ehrenamtlich Aktive leisten dafür jährlich in Schwimmbädern, auf Flüssen und Seen oder an Stränden und Küsten rund 2,2 Millionen Einsatzstunden.

Sie bilden Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Schwimmen und Rettungsschwimmen aus, klären über Gefahren auf und sind zur Stelle, wenn Wassersportler in Gefahr geraten oder Hochwasser Menschen und Werte bedroht. Ihre hochqualifizierten Rettungsschwimmer, Bootsmannschaften, Taucher, Sanitäter und Katastrophenschützer sind bundesweit überall dort im Einsatz, wo das Fachwissen und die technische Ausrüstung einer auf Wasserrettung spezialisierten Organisation gefragt sind.

Heute sind die rot-gelbe Einsatzkleidung der Lebensretter und die Buchstabenfolge DLRG das Synonym für Sicherheit am, im und auf dem Wasser. Bedeutende Bewährungsproben bestand die DLRG 1997 beim Oderhochwasser und 2002 – mit dem größten Einsatz in der Verbandsgeschichte – beim Hochwasser an der Elbe und ihren Nebenflüssen. Die Fachleute der DLRG bewiesen durch wasserseitige Deichsicherung ihre besondere Kompetenz und konnten zahlreiche Überflutungen verhindern. Zahlreiche Menschen wurden vor dem Tod durch Ertrinken gerettet, und Sachwerte in Millionenhöhe vor der Zerstörung bewahrt.

Quelle: Deutsche Post

Ausgabetag: 9. Oktober 2003
Entwurf des Wertzeichens und des Ersttagsstempels: Corinna Rogger, Biberach
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe des Wertzeichens: 46,00 mm x 27,32 mm
Motiv: DLRG – Helfer auf dem Wasser


Hier könnt ihr euer eigenes Ersttagsblatt bestellen

März 14, 2010

Der Frauenschuh – ETB 1/2010

Posted in 2010, Biologie tagged , , um 10:01 von bleiglass

In dieser neuen Serie möchte ich einen alten Freund vorstellen, das Ersttagsblatt, kurz auch „ETB“ genannt. Dies ist ein von der Post ausgegebenes und vertriebenes Blatt, versehen mit einer Briefmarke, die einen Ersttagsstempel trägt. Die Briefmarke wurde also am ersten Gültigkeitstag abgestempelt. Interessant sind neben dem Motivdesign auch die Motivbeschreibungen und technische Angaben üblich.

In einer Welt dominiert von emails und online Frankierverfahren, bei denen die „Briefmarke“ zum 3D Bar Code degenerierte, sollten wir nicht die oft künstlerisch wertvolle Briefmarke vergessen, denn sie enthält viel unseres Wissens und Geschichte.

Die Allgemeinbildung sinkt, Pisa Studien malen ein düsteres Bild, vielleicht sollte sich jeder mal die Zeit nehmen zu einem Ersttagsblatt zu greifen, die Marke bewundern und die Motivbeschreibung durchlesen.

Dazu muss man kein Philatelist sein, braucht keine einzige Briefmarke zu sammeln oder gar ihren Wert kennen. Ich tue dies immer wieder gerne mit den handlichen Ersttagsblaettern, auch wenn ich leider viele Details zu schnell wieder vergesse.

Hier gehts los, mit dem ETB 1/2010:

ETB 1/2010

Die Serie „Blumen“ will die Menschen mit modernen und zeitlosen Motiven auf die Schönheit und Vielfalt der Blumen in Gärten und freier Natur in Deutschland aufmerksam machen. Die farbenfrohen und stimmungsvollen Darstellungen sollen dazu beitragen, die kleinen Freuden des Alltags wieder neu zu entdecken.

Zu den größten Kostbarkeiten unserer heimischen Pflanzenwelt zählt der Frauenschuh (Cypripedium calceolus), eine äußerst attraktive und stark gefährdete Orchideenart. Der berühmte Naturforscher Carl von Linne (1707-1 778) benannte diese Pflanze nach der Liebesgöttin Aphrodite, die auch den Beinamen Kypris trug. Der Name Cypripedium leitet sich von griechisch „Kypris“ = Beiname der Aphrodite und „pedilon“ = Schuh ab.

Die Pflanze ist zwischen 20 und 50 Zentimeter hoch und trägt breit-elliptische, geriefte Blätter. Die Blüten erscheinen im Mai und tragen eine pantoffelartig aufgeblasene zitronengelbe, purpur-punktierte Unterlippe, die von innen kreuzförmig gestellten, kastanienfarbenen Blütenblättern umgeben ist und eine raffinierte Kesselfalle für Insekten darstellt.

Ein aprikosenähnlicher Duft und die gelbe Unterlippe locken vorwiegend Sandbienen an, die über die glattwandige Öffnung des Pantoffels in die Blüte hineinfallen. Dort gefangen ernähren sie sich von den zuckerhaltigen Futterhaaren. Die Flucht aus der Blütenfalle gelingt nur über zwei enge, versteckt liegende Durchgänge, die unter den Staubgefäßen liegen. Dort muss sich die Biene an der Narbe hindurchquetschen, streift die Pollen ab und neuer Pollen heftet sich an ihren Rücken.

Der Frauenschuh bevorzugt lichte Laubwälder, insbesondere Buchenwälder mit meist kalkhaltigen, modrig-humosen Böden. Durch Pflücken der Blüten, Ausgraben des Wurzelstocks durch Pflanzenliebhaber und Aufforstungen der Wuchsorte mit Nadelhölzern ist er sehr selten und steht unter strengem Naturschutz.

Inder Homöopathie findet die Frauenschuhwurzel als baldrianähnliches Beruhigungs- und Einschlafmittel Verwendung.

Quelle: Deutsche Post

Ausgabetag: 2. Januar 2010
Entwurf des Wertzeichens und der Ersttagsstempel: Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe des Wertzeichens: 21,50mmx30,13mm

Hier könnt ihr euer eigenes Ersttagsblatt bestellen

Vorherige Seite